Inhaltsangabe

Zu dünnes Eis – Roman für junge Erwachsene

Wie ist es, wenn man zum ersten Mal einen Menschen kennenlernt, der einem wirklich etwas bedeutet – und diesen dann wieder verliert? Die Abiturientin Friederike und der querschnittsgelähmte Student Sascha begeben sich auf ziemlich dünnes Eis, als sie eine Beziehung miteinander beginnen. Zunächst scheint es, als seien sie wie füreinander bestimmt. Ihre gegenseitige Liebe ist zart und zugleich doch so stark, dass der Rollstuhl für Fredi in den Hintergrund tritt. Für Sascha jedoch spielt seine Behinderung eine ungleich größere Rolle, jeden Tag aufs Neue, und es kommt immer wieder vor, dass Fredi ihn in ihrer direkten Art ungewollt verletzt. Als sie sich dann auch noch mit ihren Eltern überwirft und bei Sascha einzieht, überfordert sie ihn, ohne es zu merken. Die Konflikte werden häufiger und existenzieller, und Saschas Schmerz über seine eigenen Unzulänglichkeiten bestimmt immer öfter ihr gemeinsames Leben. Sascha kapselt sich mehr und mehr ab – und schließlich trennt er sich von Fredi.

Wie betäubt bezieht Fredi ihr altes Zimmer in ihrem Elternhaus, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen oder etwas zu fühlen. In den folgenden Wochen und Monaten ist sie mit ihren Gedanken nur bei Sascha, durchlebt jedes Detail der ersten gemeinsamen Monate ein zweites Mal. Sie kann kaum etwas essen, fühlt sich matt und kraftlos; ihr Abitur fällt schlechter aus als erwartet. Nach und nach erkennt sie auch ihren eigenen Anteil am Scheitern der Beziehung. Das verunsichert sie zutiefst. Viel Zeit vergeht, ehe es ihr möglich ist, sich mit ihren Eltern zu versöhnen, und noch länger dauert es, bis sie den Verlust des Menschen, der ihr Leben trotz aller Konflikte so reich gemacht hat, soweit verarbeitet hat, dass es ihr gelingen kann, nach vorn zu sehen. Während eines Wanderurlaubs im Sommer nimmt sie endlich innerlich Abschied von Sascha. Bewusst stellt sie sich nun der schmerzvollen Aufgabe, auch die letzten, sehr konfliktreichen Monate mit Sascha zu betrachten – mit deutlich größerem Abstand und mit einem wachsenden Gespür für Saschas Perspektive und damit auch für die eigene Schuld. Endlich kann sie weinen, und sie weint sehr lange.

Von hier aus baut sie sich ein neues Leben auf – nun als Studentin. Sie lernt Uwe kennen, mit dem sie das Hobby Radfahren teilt, aber sie ist noch nicht bereit für eine neue Beziehung. Sie ist froh, dass Uwe sie zu nichts drängt.

Nach über einem Jahr trifft Fredi Sascha wieder. Auch er hat sich verändert: Er hat inzwischen mit dem Rollstuhlsport begonnen, verschiedene Freundschaften geknüpft und gelernt, sich dem Schmerz zu stellen. Die ersten Kontakte sind mühsam und unbeholfen. Trotzdem spürt Fredi, dass ihr Sascha noch immer wichtig ist. Plötzlich und viel zu früh muss sie sich entscheiden: Sascha oder Uwe? Sie entscheidet sich gegen Uwe und für Sascha, obwohl sie noch nicht weiß, ob sie mit Sascha wieder zusammenkommen will und kann. Stück für Stück nähern sich die beiden einander an, ganz langsam, ganz anders, ganz neu.

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