{"id":331,"date":"2011-10-20T19:55:01","date_gmt":"2011-10-20T17:55:01","guid":{"rendered":"http:\/\/s-ng.de\/?page_id=331"},"modified":"2011-10-20T20:24:07","modified_gmt":"2011-10-20T18:24:07","slug":"rezensionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=331","title":{"rendered":"Rezensionen"},"content":{"rendered":"<h2>Hochbegabte Kinder in der Grundschule. Erkennen &#8211; Verstehen &#8211; Im Unterricht ber\u00fccksichtigen.<\/h2>\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Schulverwaltungsblatt Niedersachsen 9\/2001, Seite 365:<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p>In den letzten Jahren wurden Lehrer und Eltern mehr und mehr mit dem Ph\u00e4nomen kindlicher Hochbegabungen konfrontiert, vor das sie Sch\u00fcler und eigene Kinder stellten. Diese Kinder verf\u00fcgen schon im Vorschul- und Grundschulalter \u00fcber F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten, die den Rahmen vorgegebener schulischer Lerninhalte oft weit \u00fcberschreiten. So kommen sie zum Teil schon mit autodidaktisch erworbenen und gut ausgebildeten F\u00e4higkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen in den Erstunterricht und haben meist daneben Interessengebiete entwickelt, die vom schulischen F\u00e4cherkanon nicht aufgefangen werden k\u00f6nnen. Der Bedarf an umfangreicher Aufkl\u00e4rung entstand interessanter Weise dadurch, dass solche Kinder oft den schulischen und h\u00e4uslichen Alltag in nicht unerheblicher Weise \u00fcberfordern und teilweise sogar st\u00f6ren, wenn sie sich in ihrer speziellen Begabungsstruktur nicht angenommen f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Dem Informationsbed\u00fcrfnis von Lehrern und Eltern standen bisher nur sehr wenige und daneben meist sehr fachspezifische Ver\u00f6ffentlichungen gegen\u00fcber, sodass sich Lehrer und Eltern gleicherma\u00dfen im angemessenen und hilfreichen Umgang mit hochbegabten Kindern allein gelassen f\u00fchlen. Frustrationen bei allen Beteiligten, die bei den betroffenen Kindern bis hin zur Schulverweigerung f\u00fchren k\u00f6nnen, sind nicht selten die Folge.<\/p>\n<p>Das Buch von <em>Sabine Schulte zu Berge<\/em> ist in hohem Ma\u00dfe geeignet, diese L\u00fccke auszuf\u00fcllen. Besonders praxisnah ist es deshalb, weil die Autorin, auch als selbst Betroffene, im Rahmen ihres Studiums die kindliche Hochbegabung zum Schwerpunkt gew\u00e4hlt hat. Somit war es ihr m\u00f6glich, ihre Forschungen und Erkenntnisse an ihren Erfahrungen aus Unterricht, Gespr\u00e4chen mit betroffenen Lehrern und Eltern sowie an den Kindern selbst zu orientieren.<\/p>\n<p>In ihrem Buch gibt die Autorin umfassende Hinweise im Blick auf \u00bbErkennen &#8211; Verstehen &#8211; Im Unterricht ber\u00fccksichtigen\u00ab, die geeignet sind, Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit hochbegabten Kindern in der Grundschule zu beantworten und fundierte Hilfestellung zu leisten.<\/p>\n<p>Die vier Hauptteile ihres Buches stellen einen umfangreichen \u00dcberblick \u00fcber die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Grundlagen der Hochbegabtenforschung bereit, daraus resultierend Forderungen an Schule und Unterricht, Empfehlungen zum Umgang mit besonders begabten Kindern im Unterricht und Realisationsm\u00f6glichkeiten. Die vielen Falldarstellungen und Unterrichtsbeispiele machen dieses Buch f\u00fcr den P\u00e4dagogen in seinem Umgang mit hochbegabten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern und f\u00fcr Eltern hochbegabter Kinder besonders wertvoll. Die umfangreiche Literaturliste gibt ebenfalls wertvolle Hinweise.<\/p>\n<p>Wie <em>B\u00f6nsch<\/em> in seinem Vorwort ausf\u00fchrt, geht \u00bbdas Denken der Autorin nicht in Richtung einer Eliteerziehung, sondern zielt auf einen sozialintegrativen Ansatz der Begabungsf\u00f6rderung.\u00ab<\/p>\n<p>Ein notwendiges und fundiertes Buch zum Umgang mit begabten Kindern, das helfen kann, Verst\u00e4ndnis zu wecken, Rat und Hilfestellung zu geben, und Aufkl\u00e4rung bietet. Das Buch ist auch f\u00fcr weiterf\u00fchrende Schulen sehr informativ und sollte in keiner Lehrerb\u00fccherei fehlen.<\/p>\n<p><em>Renate Breuel<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Zeitschrift &#8222;Grundschulunterricht&#8220;, 7+8\/2002: Begabtenf\u00f6rderung, S. 62:<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr wen ist es [das Buch] lesenswert? <\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber diese Ver\u00f6ffentlichung habe ich mich als Schulpsychologin, die gro\u00dfes Interesse an Begabtenf\u00f6rderung hat, sehr gefreut. &#8211; Weshalb? Weil ich diese Darstellung besonders informativ und verst\u00e4ndlich, angesichts der PISA-Ergebnisse auch notwendig finde. Deshalb empfehle ich dieses Buch gerne weiter.<\/p>\n<p><strong>Worum geht es ihr [der Autorin]? <\/strong><\/p>\n<p>In ihrem &#8222;sehr pers\u00f6nlichen Vorwort&#8220; schildert die Autorin eindrucksvoll, wie ihre leidvolle Schulzeit (wohl als Hochbegabte) sie zu diesem Thema gef\u00fchrt hat. Im Rahmen ihrer Vorbereitungen f\u00fcr ihre Examensarbeit hospitierte sie an einer Grundschule im Raum Hannover, sprach dort mit den Lehrkr\u00e4ften und Eltern von \u00fcberdurchschnittlich begabten Kindern sowie mit den Kindern selbst. Au\u00dferdem besuchte sie das Treffen einer Elterninitiative in Hildesheim. Zus\u00e4tzlich besch\u00e4ftigte sie sich noch intensiv mit einigen Fallbeispielen und besorgte sich die Berichte zweier Schulversuche. Somit stellt sie nicht nur theoretische \u00dcberlegungen zum Themenbereich ausf\u00fchrlich dar, sondern gibt auch vielerlei eigene Beobachtungen und Anregungen f\u00fcr konkrete Unterrichtsarrangements.<\/p>\n<p>Ihre zentrale Frage lautet daher: Wie k\u00f6nnen Begabungen bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern entdeckt und die Umweltbedingungen so gestaltet werden, dass alle Kinder, auch die mit \u00fcberdurchschnittlicher Begabung, ihre Pers\u00f6nlichkeit und ihre Begabungen in gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Ausma\u00df entwickeln und entfalten k\u00f6nnen? Dazu gliederte sie ihre Arbeit in vier Bereiche:<\/p>\n<p>Im <em>ersten Teil<\/em> geht es um grundlegende \u00dcberlegungen zu den \u00fcberdurchschnittlich begabten Kindem. Die Autorin gibt Begriffskl\u00e4rungen zu wichtigen Termini wie z. B. Intelligenz, Kreativit\u00e4t, Begabung, Hochbegabung sowie Erl\u00e4uterungen zu den Merkmalen \u00fcberdurchschnittlich begabter Kinder. Die Notwendigkeit der Ber\u00fccksichtigung ihrer Bed\u00fcrfnisse, wozu auch ihre F\u00f6rderung geh\u00f6rt, wird sowohl vor dem gesellschaftlichen Hintergrund beleuchtet als auch vor der Perspektive des einzelnen, oft unter den schulischen Bedingungen leidenden Kindes begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Im <em>zweiten Teil<\/em> leitet die Autorin daraus 10 Forderungen an die Gestaltung von Schule und Unterricht ab. Wichtig ist ihr dabei ein begabungsfreundliches Klima an der Schule und in der Klasse sowie eine ausf\u00fchrlichere Informiertheit im Lehrerkollegium \u00fcber das Thema der besonderen Begabung\/Hochbegabung.<\/p>\n<p>Im <em>dritten Teil<\/em> stellt sie M\u00f6glichkeiten der Realisation dieser theoretischen Grunds\u00e4tze vor. Aus systemimmanenter Sichtweise beschreibt sie unterrichtsinterne und schulorganisatorische Ma\u00dfnahmen, angereichert mit Anregungen f\u00fcr den Unterricht &#8222;auf dem Boden der Realit\u00e4t und des Machbaren.&#8220; F\u00fcr den Unterricht gibt sie Beispiele f\u00fcr Differenzierungsma\u00dfnahmen, u. a. begabungsgerechte Aufgabenzusammenstellungen in binnendifferenzierten Unterrichtsphasen und Elemente Offenen Unterrichts. Als klassen\u00fcbergreifende Ma\u00dfnahme stellt sie die M\u00f6glichkeiten der Leruwerkst\u00e4tten und Arbeitsgemeinschaften dar, verweist aber auch auf die M\u00f6glichkeiten der Akzeleration wie etwa das \u00dcberspringen von Klassen, die vorzeitige Einschulung oder die Teilnahme am Fachunterricht h\u00f6herer Klassen.<\/p>\n<p>Im <em>vierten Teil<\/em> kl\u00e4rt sie, &#8222;in wieweit sich die vorgestellten systemimmanenten Ma\u00dfnahmen in ausreichender Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t im Schulalltag verwirklichen lassen und ob auch system\u00fcbergreifende \u00dcberlegungen angestellt werden m\u00fcssen.&#8220; Hierbei f\u00fchrt sie z. B. den Aufbau eines funktionierenden Netzwerkes von Beratungs- und Ausbildungsm\u00f6glichkeiten zur Hochbegabtenf\u00f6rderung an, f\u00fcr dessen Rahmenbedingungen und finanzielle F\u00f6rderung die oberste Schulbeh\u00f6rde sich einsetzen sollte. Auch die Bereitstellung von geeignetem Unterrichtsmaterial f\u00fcr besonders begabte, interessierte und kreative Kinder w\u00e4re von den Schulbuchverlagen zu w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Im Anhang gibt sie Informationen zu einigen der beschriebenen Schulbeispiele, Ged\u00e4chtnisprotokolle der Gespr\u00e4che mit hoch begabten Kinderu und deren Eltern, sowie mit Grundschullehrkr\u00e4ften. Au\u00dferdem sind Beispielmaterialien wie Aufgabenzettel und Wochenpl\u00e4ne zu finden.<\/p>\n<p><strong>Wie stellt sie das Thema dar? <\/strong><\/p>\n<p>Lehrkr\u00e4fte und Eltern berichteten mir, dass sie dieses Buch sehr verst\u00e4ndlich geschrieben, spannend zu lesen sowie praktikabel f\u00fcr den Unterricht fanden. Auch ich empfinde die Vorgehensweise der Autorin als \u00e4u\u00dferst behutsam, ihre Ausf\u00fchrungen angenehm \u00fcbersichtlich und pr\u00e4gnant gestaltet. Sie hat sich einf\u00fchlsam auf die Bed\u00fcrfnisse von Grundschullehrkr\u00e4ften mit wenig Vorwissen zum Thema eingestellt und zeigt ihnen praxisnahe Wege auf, wie sie hoch begabte Kinder im Unterricht annehmen, in ihrer Einzigartigkeit respektieren, wertsch\u00e4tzen und ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem gibt sie Einblicke in die Entwicklung ihrer pers\u00f6nlichen Auffassungen zum Thema Hochbegabung und ihre Forderungen dazu an die Schule. (Mehr unter: <span style=\"text-decoration: underline;\">www.sszb.de<\/span>)<\/p>\n<p>Als Psychologin w\u00fcnsche ich mir eine positivere Bewertung von Intelligenztests, bieten sie doch Erkenntnisse \u00fcber intellektuelle St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Somit k\u00f6nnen auch Tests erm\u00f6glichen, dass die Potentiale \u00fcberdurchschnittlich begabter Kinder erkannt und ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><em>Marlen Bartels, Hamburg <\/em><\/p>\n<p>\u2192weiter informieren:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=314\">Inhaltsverzeichnis<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=323\">Zusammenfassung<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=331\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>\u2191<a href=\"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=331\">nach oben<\/a><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_331\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"331\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon small\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/s-ng.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochbegabte Kinder in der Grundschule. 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