{"id":893,"date":"2012-03-14T19:01:23","date_gmt":"2012-03-14T18:01:23","guid":{"rendered":"http:\/\/s-ng.de\/?page_id=893"},"modified":"2012-03-14T19:27:27","modified_gmt":"2012-03-14T18:27:27","slug":"verhaltensveranderungen-erreichen-benimmplane","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=893","title":{"rendered":"Verhaltensver\u00e4nderungen erreichen (&#8222;Benimmpl\u00e4ne&#8220;)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/s-ng.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laufzettel-Verhaltensbeobachtung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-894\" title=\"Laufzettel Verhaltensbeobachtung\" src=\"https:\/\/s-ng.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laufzettel-Verhaltensbeobachtung.jpg\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/s-ng.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laufzettel-Verhaltensbeobachtung.jpg 700w, https:\/\/s-ng.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Laufzettel-Verhaltensbeobachtung-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><span style=\"color: #333399;\">Fast jede Lehrkraft hat sie in ihren Klassen: Sch\u00fcler\/innen, die sich h\u00e4ufig nicht angemessen verhalten. Es f\u00e4llt ihnen schwer, sich an Regeln zu halten, sie st\u00f6ren den Unterricht, beleidigen Mitsch\u00fcler, schreiben Briefchen, oder, oder, oder. Nicht immer zeigen Gespr\u00e4che mit den Sch\u00fcler\/innen und den Eltern sowie sonstige &#8222;\u00fcbliche&#8220; Ma\u00dfnahmen (Mitteilungen, Extraaufgaben, &#8230;) die gew\u00fcnschte Wirkung. Ich habe sehr gute Erfahrung mit &#8222;Benimmpl\u00e4nen&#8220; gemacht, die, richtig und konsequent eingesetzt, es erm\u00f6glichen, zusammen mit dem Sch\u00fcler oder der Sch\u00fclerin und den Eltern eine dauerhafte Verhaltensver\u00e4nderung zu bewirken.<\/span><\/p>\n<h2>Was sind &#8222;Benimmpl\u00e4ne&#8220;?<\/h2>\n<p>Das Wort &#8222;Benimmplan&#8220; ist umgangssprachlich zu verstehen. Es handelt sich hierbei um einen Vertrag zwischen Sch\u00fcler, Eltern und den Lehrkr\u00e4ften, die das Kind unterrichten, in den zugleich die Dokumentation der Verhaltensbeobachtung integriert ist. Dieser Plan wird in einem gemeinsamen Gespr\u00e4ch zwischen den Eltern, dem Kind und der Klassenlehrkraft besprochen und ausgef\u00fcllt. Ein leerer Plan ist oben im Bild zu sehen (zur vergr\u00f6\u00dferten Ansicht bitte draufklicken). Die theoretische Grundlage f\u00fcr die Arbeit mit einem &#8222;Benimmplan&#8220; ist die <a href=\"http:\/\/www.regierung.schwaben.bayern.de\/Aufgaben\/Bereich_4\/Netzwerk_ES\/es-koordinatoren_SFZ\/Wirksames_Lehrerverhalten\/Verhaltensmodifikation.doc\" target=\"_blank\">Verhaltensmodifikation<\/a>.<\/p>\n<h2>Das Eltern-Sch\u00fcler-Lehrer-Gespr\u00e4ch<\/h2>\n<p>&#8230; ist Grundbedingung f\u00fcr den erfolgreichen Einsatz eines &#8222;Benimmplans&#8220;. Das Gespr\u00e4ch sollte auf etwa eine halbe Stunde angesetzt sein und keine weiteren &#8222;Subthemen&#8220; haben. Zun\u00e4chst bespricht die Lehrkraft mit Eltern und Sch\u00fcler\/in, welches Verhalten das Kind ver\u00e4ndern muss und warum dies f\u00fcr das Kind wichtig ist. Das Gespr\u00e4ch muss so angelegt sein, dass das Kind selbst sieht, welche Vorteile es davon hat, sein Verhalten zu \u00e4ndern (z. B. besser mit den anderen Kindern auskommen, besser im Unterricht mitkommen, bessere Leistungen erbringen k\u00f6nnen, weniger Konflikte mit den Lehrkr\u00e4ften haben, &#8230;). Nur wenn es gelingt, das Kind mit ins Boot zu holen, dass es selbst auch an sich arbeiten <em>will<\/em>, macht es Sinn, mit einem &#8222;Benimmplan&#8220; zu arbeiten.<\/p>\n<p>Wenn die Lehrkraft den Eindruck hat, dass das Kind selbst auch eine Verhaltensver\u00e4nderung m\u00f6chte, erkl\u00e4rt sie den Plan. Im oberen Bereich formuliert das Kind (!) &#8211; evtl. mit Hilfe &#8211; bis zu 3 Regeln, an die es sich in der n\u00e4chsten Woche besonders gut halten will. Es m\u00fcssen solche Regeln sein, die erwarten lassen, dass ein Befolgen dazu f\u00fchrt, dass das Ziel (besser mit anderen Kindern auskommen, besser im Unterricht mitkommen, bessere Leistungen erbringen k\u00f6nnen, &#8230;) erreicht werden kann.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wird der &#8222;Stundenplan&#8220; erkl\u00e4rt. Dieser muss auf den aktuellen Stundenplan der Klasse angepasst sein. Im vorliegenden Beispiel gibt es 34 Einheiten (Einzel- oder Doppelstunden) in einer Woche. Nach jeder Einheit muss das Kind mit einem Smilie (lachend, gerade oder weinend) bewerten, wie gut es in dieser Stunde\/Doppelstunde die Regeln eingehalten hat. Dann muss es zur Lehrkraft gehen und den Plan vorlegen; diese setzt ihre Einsch\u00e4tzung daneben. Sind die Einsch\u00e4tzungen unterschiedlich, soll ein kurzes Gespr\u00e4ch erfolgen, damit das Kind die Einsch\u00e4tzung der Lehrkraft versteht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Eltern-Sch\u00fcler-Lehrergespr\u00e4chs benennt das Kind (!) &#8211; evtl. mit beratender Hilfe durch die Lehrkraft &#8211; ein Ziel, wieviele lachende Smilies (nur die Lehrer-Smilies z\u00e4hlen) das Kind in der Woche sammeln und wieviele weinende Smilies es h\u00f6chstens bekommen sollte, damit der Plan als erfolgreich bewertet werden kann. Im vorliegenden Beispiel w\u00e4re ein m\u00f6gliches Ziel z. B. mindestens 29 lachende Smilies und h\u00f6chstens 2 weinende. Das Ziel wird unten notiert.<\/p>\n<p>In dem Eltern-Lehrer-Sch\u00fcler-Gespr\u00e4ch muss die Lehrkraft den Eltern deutlich machen, wie wichtig es ist, dass sie sich t\u00e4glich den Plan (der am besten ins Mitteilungsheft geklebt wird, damit er nicht verloren geht) vorlegen lassen und unterschreiben. Sie unterschreiben dabei nicht nur die Kenntnisnahme, sondern auch, dass sie mit ihrem Kind \u00fcber den Tag gesprochen haben und sich mit ihm gemeinsam \u00fcber Erfolge freuen oder Probleme besprechen.<\/p>\n<p>Ich mache es in der Regel so, dass ein Kind drei Pl\u00e4ne erfolgreich abschlie\u00dfen muss, bevor es den (f\u00fcr das Kind auf Dauer ganz sch\u00f6n l\u00e4stigen) Plan wieder los ist. Wird eine Woche das Ziel nicht erreicht, z\u00e4hlt diese Woche nicht. Weniger als 3 Wochen sind nach meiner Erfahrung ein zu kurzer Zeitraum, um wirklich eine dauerhafte Verhaltensver\u00e4nderung zu erreichen.<\/p>\n<p>Ich rate den Eltern \u00fcbrigens, dass sie mit ihrem Kind irgendeine kleine (!) Belohnung vereinbaren sollen, wenn die drei Wochen (erfolgreich) geschafft sind, z. B. gemeinsam mit dem Kind Eis essen gehen oder ins Kino o. \u00e4. Ich rate immer davon ab, Geldbetr\u00e4ge als Belohnung zu nehmen. Im Eltern-Lehrer-Kind-Gespr\u00e4ch mache ich immer deutlich, dass die eigentliche Belohnung ja ist, dass das Kind besser zurechtkommt. Den Plan loszusein ist \u00fcbrigens auch eine Belohnung. Es handelt sich hierbei also um ein sich selbst aufl\u00f6sendes Verst\u00e4rkersytem (Prinzip der &#8222;Kr\u00fccke&#8220;).<\/p>\n<h2>Die drei Wochen<\/h2>\n<p>&#8230; sind eine ganz sch\u00f6n lange Zeit. Dadurch, dass das Ziel positiv formuliert ist (mindestens xy lachende Smilies m\u00fcssen gesammelt werden), haben die Kinder in der Regel von selbst einen Anreiz, das Smilie-Abholen nicht zu vergessen. Fachlehrer sollten informiert werden. Letztlich liegt die Verantwortung des Dran-Denkens jedoch beim Kind.<\/p>\n<p>Am Ende jeder Woche wird ausgez\u00e4hlt, ob das Ziel erreicht wurde. F\u00fcr den darauffolgenden Plan kann auch ein anderes Ziel (leichter oder schwieriger) vereinbart werden. Die Ziele sollten immer schaffbar sein, aber nat\u00fcrlich auch Anstrengung erfordern. Die Regeln, die oben formuliert werden, \u00e4ndern sich im Normalfall nicht von Woche zu Woche.<\/p>\n<h2>Erfolgsbedingungen<\/h2>\n<ul>\n<li>Vor dem Einsatz des ersten &#8222;Benimmplans&#8220; ein ausf\u00fchrliches Elterngespr\u00e4ch f\u00fchren.<\/li>\n<li>Das Kind muss selbst den Plan wollen und selbst die Ziele setzen.<\/li>\n<li>Der Plan muss konsequent \u00fcber 3 Wochen durchgehalten werden.<\/li>\n<li>Maximal 3 Kinder einer Klasse gleichzeitig mit solchen Pl\u00e4nen &#8222;versorgen&#8220;, mehr ist f\u00fcr die Lehrkraft nicht leistbar.<\/li>\n<li>realistische Ziele setzen<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Variante<\/h2>\n<p>Manchmal kann es auch sinnvoll sein, andere Zeitr\u00e4ume f\u00fcr die Verhaltensbeobachtung zu w\u00e4hlen. Beispielsweise k\u00f6nnte man jeweils am Ende des Tages die Einhaltung einer einzigen Regel wie &#8222;Ich beleidige meine Mitsch\u00fcler nicht&#8220; mit einem einzigen Smilie pro Tag bewerten. Da braucht es dann nicht unbedingt einen Stundenplan, eine Datumsliste reicht dann aus. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Eltern genauso t\u00e4glich unterschreiben. Als ich diese Variante das letzte Mal bei einem Sch\u00fcler angewendet (der bis zu dem Elterngespr\u00e4ch mit den schlimmsten Beleidigungen um sich warf) habe und ich am Ende des erfolgreich absolvierten Beobachtungszeitraums von knapp 4 Wochen mit ihm sprach, sagte er: &#8222;Das ist gut, dass wir das gemacht haben, Frau Nagel. Ich habe festgestellt, dass die anderen Kinder jetzt viel netter zu mir sind.&#8220;<\/p>\n<p>\u2191<a href=\"https:\/\/s-ng.de\/?page_id=893\">nach oben<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_893\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"893\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon small\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/s-ng.de\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast jede Lehrkraft hat sie in ihren Klassen: Sch\u00fcler\/innen, die sich h\u00e4ufig nicht angemessen verhalten. 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